1.Sommerkonzert "Ab in den Süden"  In Urlaubsstimmung versetzten 80 Grund- und Regelschüler gut 500 Gäste zum ersten Sommerkonzert der Regelschule in Floh. Floh-Seligenthal - Lag es am Strohhut von Schülersprecher Hannes Frank? Oder an der Hawaiikette in Deutschlandfarben, die Musiklehrer Friedrich Schlupp trug? Vielleicht waren es auch die neuen grünen Shirts, die der Förderverein den Chorkindern der Regelschule Floh gesponsert hatte? Das alles sind Äußerlichkeiten, die perfekt stimmten. Genauso passte die innere Einstellung der Kinder und Jugendlichen. Ansonsten wäre das erste Sommerkonzert nicht das geworden, was es war - nämlich ein heißer Paukenschlag, der Lust auf Urlaub machte. Und wer bitte fährt nicht gerne in die Ferien? Okay - die Schüler müssen sich noch zwei Wochen gedulden, erzählten in der Seligenthaler Kirche aber schon einmal, wie sie sich ihre freien Tage so vorstellen. Am besten gleich "Ab in den Süden", wo eine Party steigt. Doch auch "Über den Wolken ist die Freiheit grenzenlos". Und in Richtung Feuerland treten die häuslichen Sorgen garantiert in den Hintergrund. Mut und Geduld sollten beim Reisen vorausgesetzt werden. "Heute hier - morgen dort" würde den Regelschülern auch gefallen, "... denn was neu ist, wird alt." Die Jüngeren aus der Grundschule schmetterten: "Das Schönste im Jahr sind die Ferien" und "Schön ist es auf der Welt zu sein". Natürlich kamen auch sie mit auf die Reise - "Einfach nur so" schauten sie sich den Himmel an, entdeckten Wolken, die sich in Teddybären verwandeln, freuten sich auf Berge zu steigen und im Wasser zu schwimmen. Als Reiseleiter und Moderatoren kündigten Tobias und Marie Instrumentalisten und Solisten an. Musik nämlich beruhigt im Urlaub ungemein. Zum Beispiel "Heart of Gold" - Neil Young persönlich war in Seligenthal nicht anwesend - Siebtklässlerin Lara aber sang sich mit diesem Lied in die Herzen des Publikums. Ganz nebenbei spielte sie Ukulele und Mundharmonika. Die Mundartkinder - zu erkennen an den blau- weiß-karierten Hemden - tauschten Urlaubserinnerungen zum Schmunzeln in Platt aus. Einer wunderte sich an der Küste über das Schweigen seiner Frau. Als er sie nach dem Grund fragte, sagte sie: "Die Landschaft macht mich sprachlos." Welch Freude - der Urlaub wurde sofort verlängert. Flotter Wechsel im Altarraum. Der große Gesamtchor thematisierte jetzt das Wetter. "Es ist Sommer - Sommer ist, wenn man trotzdem lacht" - und so hält man auch Regentage aus. Sommerhits im Radio - einfach mitsingen, egal wo man gerade ist, war der Tipp des Chores. Aus einem recht persönlichen Reisetagebuch gab es Auszüge. Und dann die Sache mit der Deutschen Bundesbahn. Richard mimte den Zugführer einfach perfekt und brachte die Zuschauer mit seinem wahrlich sehr lockeren Gesang zum Lachen. Längst wurden sommerliche Gassenhauer mitgeklatscht. Bei Nina Hagens "Du hast den Farbfilm vergessen, mein Michael" rockten die Regelschüler die Kirche. Nicht nur die Chorkinder, auch die neue Band hat Klasse. Marie forderte die Zuhörer am Ende auf: "Machen Sie diesen Sommer zu ihrem Sommer." Und damit war Schluss. Es wurde applaudiert und gejubelt. "Es war einfach genial - die Schüler sind über sich hinausgewachsen", sagte Lehrerin Kerstin Hergenhan. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Christina Schreiber war sie sich einig: "Den Schluppi geben wir nicht wieder her." Gemeint war Musiklehrer Friedrich Schlupp, der das Programm mit den Schülern in den vergangenen Wochen eingeübt und während des Konzertes auch ziemlich geschwitzt hatte. Am Ende aber, wie auch sein Kollege Hendrik Schliewenz, der ihm helfend zur Seite stand, hoch auf zufrieden war. Regina Weisheit war als Oma begeistert von ihrem Enkel und meinte: "Bei solch einem Ereignis freut man sich über jedes Kind." Auch Francineide Winges als Vorsitzende des Schulfördervereins war von dem Konzert sehr berührt. "Es war wirklich sehr schön", sagte sie. Ein jeder, der die Kirche verließ, lächelte und war in Urlaubsstimmung. "Meine Enkelin hat moderiert - das war schon klasse", betonte Bärbel Stötzer. Und ohne es wissen zu können, hatten die 80 Akteure auch Pfarrer Dietmar Hauser Recht gegeben. Zu Konzertbeginn nämlich erklärte er: "Beim Singen geht es um viel mehr - nämlich, dass die Schüler etwas lernen, was für ihr Leben wichtig ist." Gerade der große Schulchor bereitete ihm viel Freude. Denn - schon früher habe es solche Ensembles gegeben, die noch dazu vierstimmig gesungen hätten. Da geht also noch was! Bild 1:  Der große Gesamtchor der Regelschule in Floh war freilich sehr hörenswert und verstand es, das Publikum ein um das andere Mal zum Mitklatschen zu animieren. Bild 2: Richard Wirsing besang die Zugreise - dabei kam die Deutsche Bahn nicht unbedingt gut weg. Text und Fotos: Annett Recknagel Quelle: In: https://www.insuedthueringen.de/epaper/html5/epa110980,65088,0,10,Regelschule%20Floh-Seligenthal vom 19.06.2018