Schulfest 2019 "Schulen beweisen gemeinsam Klasse"  Das erste große gemeinsame Fest von Grund- und Regelschule in Floh war ein Renner. Mitmachaktionen, Puppentheater, Experimente, Vorführungen und mehr erwarteten die Gäste. Floh - "Mund auf, Kopf hoch" - Musiklehrer Friedrich Schlupp gab den Takt an. Und los ging es. Im Schulchor singen früh um 9 Uhr kann anstrengend sein. Noch dazu an einem Samstag, wo man eigentlich ausschlafen könnte. In Floh-Seligenthal aber waren alle 400 Mädels und Jungs von Grund- und Regelschule hellwach. Schulfest nannte sich die Aktion. Nein, ein gewöhnliches war es nicht. Vielmehr feierten Klein und Groß, Jung und Alt zum ersten Mal ein gemeinsames Fest. "Ein Tannenzapfen" Der Chor der Regelschule trällerte ein Liebeslied von Mark Foster. 15 Tanzmäuse der Grundschule bewegten sich zu heißen Rhythmen und die Schülerband versprach: "Wir trampeln alles nieder und singen lustige Lieder!" Wie bitte? Alles gut - Lara, Leonie und die Jungs erklärten dem Publikum einzig und allein ihren Bandnamen - die "Maulwurfshügelzertrampler" und rockten damit den Schulhof. Mit dem gewissen Kick ging es dann für die Mädchen und Jungen der Klassen 1 bis 10 ab zu den Stationen. Das Schulhaus und auch der Hof waren voll mit Ständen, an denen die Kinder schauen und staunen und natürlich auch mitmachen durften. Emilia steckte ihre Hand in die Tastbox des Waldmobils und rief: "Das ist ein Tannenzapfen" - jein. Romy Weisheit, die den "grünen" Stand betreute, wollte es etwas genauer wissen. Fichte oder Kiefer? - das war die Frage. Schließlich sollte zum Schulfest auch der Kopf arbeiten. So ganz umsonst bekam man an den insgesamt 20 Stationen nichts geschenkt. Nachdenken war hier wie dort angesagt. Zum Beispiel beim Sprudelkasten-Turm. Joel und Patrice aus der Klasse 7b waren die Ersten, die ein solches Sandgebilde entstehen ließen. Der Krater war sehr schnell gebaut - ins obige Loch wurde Brausepulver gefüllt und anschließend Zitronensäure. Und siehe da - der Vulkan arbeitete. Aktionen gab es nicht nur auf dem Regelschulhof, sondern auch etwas weiter unten auf dem Platz der Grundschüler. Außer Lehrern halfen viele Eltern und auch Mitglieder von Vereinen mit. Dazu übernahmen selbst Regelschüler die Betreuung an den Stationen. Es war ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Und der Spaß kam auch nicht zu kurz: Zweitklässler Niklas zum Beispiel bekam von gleich zwei Lehrerinnen einen Eimer auf den Kopf. Wer einen Zylinder aus Geschenkpapier haben wollte, der musste das ertragen. Niklas nahm es mit Humor. Absolute Renner waren auch die kleinen netten "Wutkerlchen". Man könnte sie auch Anti-Stress-Bälle nennen. Um sie herzustellen, brauchte man einzig Schere, Luftballon, Trichter und Reis. Die sportliche Betätigung kam zum Schulfest auch nicht zu kurz: Michelle aus der Klasse 4a überprüfte ihren Gleichgewichtssinn. Wippe im Parcours Die Wippe auf dem Spielplatz hatten die Mannen des Wintersportvereins aus Kleinschmalkalden gekonnt in ihren Parcours eingebaut. Hinauf- und Hinunterlaufen war angesagt. Natürlich mit Hilfestellung. Auf Koordination und Gleichgewicht kommt es nicht nur im Sport an. Im Leben ist das nicht anders. Und in einer Schule lernt man nun mal fürs Leben. Auch bei einem so großen Fest wie in Floh. Beim Lesen des Laufzettels mit den verschiedenen Angeboten konnte einem schon schwindlig werden. Töpfern, Basteln, Experimentieren, Musizieren, Erste-Hilfe-Leisten, Laserschießen, Kistenklettern und Sinne erkunden - die Kinder hatten die Qual der Wahl. Dazu stellten sich die Fördervereine beider Schulen vor. Gemeinsam hatten sie einen Spielzeug- und Buchbasar vorbereitet. Der Erlös soll zu drei Vierteln an den an Blutkrebs erkrankten Luca gehen - das Restgeld wollen die zwei Vereine unter sich gerecht teilen. Dem noch nicht genug: Tanz und Karate, Theater der Grundschule und Puppentheater der Regelschüler, Aktionen in der Sporthalle und davor, auch die Feuerwehr war vertreten. Und natürlich gab es ausreichend Speisen und Getränke. "Ich freue mich sehr, dass das Fest so gut angenommen wird", sagte Antje Klingler als Lehrerin der Grundschule. Schulleiter Achim Wilhelm wies darauf hin, dass man extra dafür Sonne bestellt habe. Sein Kollege der Regelschule, Sven Nicolai, sprach von gemeinsamer Freude. "Schule einmal anders zu erleben - das ist das Ziel des Festes", stellte er heraus. Die Idee, ein gemeinsames Schulfest auf die Beine zu stellen, hatte man bereits zu Schuljahresbeginn. Schnell fand sich ein Organisationsteam und so setzte man das Vorhaben um. "Die Ideen sind sehr schön - man muss sich überall mal umschauen", meinte die Seligenthalerin Eva Erb und lobte das Fest sehr. Bürgermeister Ralf Holland-Nell stimmte dem völlig zu: "Beide Schulen haben es einfach drauf. Miteinander gelingt vieles besser als im Alleingang", sagte er. Bild 1:  Die Tanzmäuse zeigten mit gleich drei Auftritten ihren Spaß an der Bewegung. Bild 2: Alina und Emily bastelten Windlichter. Text und Fotos: von Annett Recknagel Quelle: https://www.insuedthueringen.de/region/schmalkalden/Schulen-beweisen-gemeinsam-Klasse;art83450,6736225 vom 27.05.2019