Schnuppertag in der Regelschule Papierflieger und Elefanten-Zahncreme   50 Viertklässler haben sich in der Floher Regelschule umgeschaut. Sie durften experimentieren, basteln, spielen, zuschauen, singen und staunen. Floh - "Wumm!" - so schnell konnten die Viertklässler gar nicht schauen, wie die Stichflamme aufgestiegen und sekundenschnell verschwunden war. Damit war auch der Silvestergeruch geklärt - Jannick hatte das beim Betreten des Chemieraumes der Regelschule in Floh sofort gemerkt. "Hier lernen wir nicht nur, hier erleben wir auch so manches", erklärte die stellvertretende Schulleiterin Beate Schneider. Währenddessen schüttete Zehntklässler Tobias zwei Flüssigkeiten in einen gläsernen Zylinder. Sofort entwickelte sich eine schaumige Masse, die überquoll. "Das sieht ja aus wie ein Riesen-Marshmallow" - rief jemand. Beate Schneider sprach von Elefantenzahncreme. Und Tobias hatte den Salat - er musste das "Zeug" bändigen und im Waschbecken entsorgen. Damit war die Neugier der angehenden Fünftklässler geweckt. Noch mehr Experimente warteten auf den Tischen auf sie. Das neue Unterrichtsfach MNT - Mensch-Natur-Technik - steckt eben voller Überraschungen. Schulbeginn im Keller Die neue Schule natürlich auch. Das beginnt bereits im Keller. Dort gibt es eine Schulküche. Mia, Fiona, Leandra und Lea bekamen große Augen. Ihre Grundschule ist im gleichen Gebäude wie die Regelschule untergebracht, von der Küche aber wussten die Mädels bislang noch nichts. Und das Beste: Die Viertklässler durften am Tisch aktiv werden. Pia rollte von zwei Zehntklässlerinnen vorbereiteten Mürbeteig aus. Dann griffen die Mädels nach den Ausstechformen und schon hatte jeder sein ganz persönliches Plätzchen. "Wir sind in einer Klasse", erzählten Fiona, Leandra und Lea. Am liebsten wollen die drei in der Fünften auch zusammenbleiben. Kerstin Hergenhan konnte die Mädels diesbezüglich beruhigen. "Freundschaften werden hier nicht gelöst", sagte sie. Und ohne ein Tütchen voller frisch gebackener Plätzchen verließ zum Schnuppertag kein Kind die Schulküche. Gleich nebenan im Klassenraum wurde es märchenhaft. Die jetzigen Fünftklässler Lucy, Michelle, Heidi und Louisa erklärten den Viertklässlern an verschiedenen Stationen ein Projekt, das sich mit Märchen beschäftigt. Entstanden war es im Deutschunterricht. Märchenpuzzle, Märchenmemory, Märchenkalender - ja, sogar ein selbst gebasteltes Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel mit Märchenfiguren begeisterten die Neuen. In der Pause lernten alle den Regelschulhof kennen. Natürlich gab es auch in der Sporthalle viel Aktion. Selbst Mathematik machte am Schnuppertag Spaß. Vor den Kindern stand die Aufgabe, einen Papierflieger nach Anleitung zu basteln und dann fliegen zu lassen. Elf Mal insgesamt. Die entsprechenden Weiten wurden notiert und das arithmetische Mittel gebildet. "Mein Flieger schaffte neun Meter", erzählte Paul. Luca rief: "Meiner 9,70 Meter." Charlotte hatte ihren Flieger im Schulflur gar zehn Meter weit fliegen lassen. "Es ist schon cool hier und macht großen Spaß", waren sich Etienne und Svenja einig. "Das Mikroskopieren war cool", erklärte Rosanna und fügte hinzu: "Die Experimente überhaupt." Auch der Karneval spielte eine Rolle. Nach Anleitung durften Faschingshüte und passende Krawatten gefaltet und mit Fingerfarben verschönert werden. Ein Anlaufpunkt war auch das Computerkabinett. Spätestens nach Verlassen des Musikraumes waren alle Viertklässler gut gelaunt. Musiklehrer Friedrich Schlupp verstand es, die Kinder zu begeistern. Unter anderem machten sie alle Bekanntschaft mit dem Kuckuck und dem Hai. "Auf'm Baum sitzt ein Kuckuck, kommt ein Hai vorbei" - allein die Liedzeile war genial. Und es passiert, was passieren muss: Der Kuckuck sagt "Hi" zum Hai und der Hai "Kuckuck". Alles wird rhythmisch betont und es wird mitgeklatscht. Dabei gibt es ungeheuer viele Varianten. Irgendwer verspricht oder verklatscht sich immer. Der Spaß war vorprogrammiert. Die 50 Viertklässler jedenfalls erlebten eine sehr aktionsreichen und fröhlichen Schnuppertag in der Regelschule in Floh. Einige wissen schon, dass sie im August in diese Schule wechseln werden. Andere grübeln noch. Die Schulleitung wünscht sich, zwei Klassen zu bekommen. Den Schnuppertag unterstützten 30 Zehntklässler - freiwillig, wohlgemerkt. Das achtköpfige Lehrerteam mit Katrin Dittmar und Kerstin Hergenhan an der Spitze, das den Tag vorbereitet hatte, war zufrieden. Die Mädchen und Jungen nahmen einen nachhaltigen Eindruck mit nach Hause. Auch die dabei gewesenen Eltern hatten sich ein Bild von der Regelschule gemacht und waren genauso begeistert wir ihre Sprösslinge. Text und Fotos: Annett Recknagel Charlotte, Svenja und Amy beim bemalen ihrer Faschingshüte - die Zehntklässlerin Helena und Lilli gaben Anleitung (1) Backe, backe Kuchen - Pias durfte den Teig ausrollen - Fiona, Leandra und Lea haben die Ausstechformen für Plätzchen schon in den Händen  (2) Quelle: https://www.insuedthueringen.de/region/schmalkalden/Papierflieger-und-Elefanten- Zahncreme;art83450,7147403,E::pic84032,6610805 vom 24.02.2020