Schnuppertag 2018 Wenn Teebeutel fliegen und Rosinen tanzen  60 Viertklässler aus Floh und Umgebung schauten sich in der Regelschule um - zum großen Thema Luft wurde dort experimentiert. Floh - Ein Luftballon kann zum Klingen gebracht werden. Mit den entsprechenden Hilfsmitteln startet er auch als Rakete durch. Und unter der Vakuumglocke bläst er sich von ganz alleine auf. Selbst ein schrumpeliger Apfel verliert in solch einem Gerät die Falten. "Das alles ist Physik", sagt Beate Schneider. In den letzten Tagen ist sie ganz besonders aufmerksam in der Regelschule in Floh unterwegs gewesen. Beobachtete sie etwas, das mit Luft zu tun hatte, wurde es sofort notiert. Das Übrige erfolgte per Internet und schon waren die Experimente für den Schnuppertag der Viertklässler zusammengestellt. Zu anspruchsvoll durften sie nicht sein. "Wir haben solche Sachen herausgesucht, die die Kinder aus dem Heimat- und Sachkundeunterricht schon kennen", erklärte die Lehrerin. Schüler wurden Lehrer Insgesamt hatte sich das Vorbereitungsteam mit den Lehrerinnen Kerstin Hergenhan, Beate Schneider, Christina Schreiber, Katrin Dittmar und Martina Endter sehr große Mühe gegeben. Bei den 60 Mädchen und Jungen der vierten Klassen, die in der Regelschule zu Gast waren, kam das Programm ausgezeichnet an. 38 Regelschüler der Klassen 9a und 9b standen den Grundschülern zur Seite, gaben Tipps und Hinweise und schlüpften so in die Rolle der Lehrer. Die Pädagogen traten in den Hintergrund, beobachteten die Neuntklässler aber sehr genau - ihr Agieren wurde am Ende benotet. In vier Gruppen eingeteilt, zogen die Grundschüler von Raum zu Raum. Teilweise waren die Eltern mitgekommen. Einblick erhielten die Viertklässler in die Fächer Medienkunde, Chemie, Biologie, Physik und Mathematik. In Letztgenanntem ging es um die Wahrscheinlichkeitsrechnung. Die Kinder bastelten Papierflieger und gleich danach durften sie getestet werden. Im Flur hatte jeder Grundschüler elf Versuche - die Weiten wurden aufgeschrieben. Aus diesen Werten galt es anschließend das arithmetische Mittel, den Zentralwert und die Spannweite zu berechnen. Außerdem entstanden Panflöten und Windmühlen aus Papier. In gleich zwei Räumen wurde experimentiert. Lisa und Moritz hatten aus Speisestärke und Wasser eine sogenannte Nicht-Newtonische Masse hergestellt, die sich glitschig anfühlte. Sobald eine Kraft auf diesen "Brei" einwirkt, wird er fest. Große Augen bekamen die Grundschüler auch beim Beobachten von tanzenden Rosinen und bei dem Wasserglas, das, mit einem Bierdeckel versehen, bedenkenlos auf den Kopf gestellt und hochgenommen werden kann. Außerdem durften Zwiebelschalen unter dem Mikroskop angeschaut werden. Physik macht Spaß Neuntklässler Fabian gab etwas Methanol auf den Tisch und zündete die Flüssigkeit an. Der Alkohol verbrannte sehr schnell. Tobias erzeugte am Lehrerpult gar eine Stichflamme. Dazu benötigte er Bärlappsporen und Luft. Weiter wurden leere Teebeutel zum Fliegen gebracht, Münzen aus einer Flüssigkeit gerettet, ohne sich die Finger nass zu machen, Luftballonraketen gestartet und vieles mehr. Es durfte sogar im Flur gerannt werden. Mit Zeitung vor der Brust. Mit großem Eifer entstanden zudem die schönsten Pustebilder. Farbe und Strohhalme - weiter brauchte man dazu nichts. "Das ist richtig cool heute", sagte Emily. Ob sie nach der vierten Klasse in die Floher Regelschule kommen wird, weiß sie noch nicht genau. Für ihre beiden Freundinnen Leoni und Alina aber steht das schon fest. Auch Oskar sagte: "Ich will hierher" und warf einen neugierigen Blick durchs Mikroskop. Die Viertklässler durften alles selbst versuchen - die Erklärungen bekamen sie von ihren jugendlichen Lehrern serviert. Wer Fragen hatte, durfte die stellen. "Auf diese Weise festigt sich das Wissen bei den Neuntklässlern noch besser", bemerkte Kerstin Hergenhan und lobte alle "Neulehrer", die mit viel Engagement bei der Sache waren. Dass selbst Mathematik spannend sein kann, stellten die Viertklässler im Computerraum fest. Dort arbeiteten sie mit dem Programm "realmath". Zudem machte sie Kerstin Hergenhan neugierig auf das Projekt "Mathe im Advent". Dem Vorbereitungsteam dieses Tages ist die Zusammenarbeit mit der Grundschule ein besonderes Anliegen. "Damit sie die Räume und auch die Lehrer schon frühzeitig kennenlernen und der Übergang nicht zu krass wird", begründete Kerstin Hergenhan. Übers Schuljahr hält Lehrerin Katrin Dittmar ohnehin stets den Kontakt zur Grundschule. Der Schnuppertag wurde in dieser Form zum zweiten Mal an der Regelschule in Floh durchgeführt. Im Vergleich zum Vorjahr hatte man die Experimente etwas abgewandelt. Grund- und Regelschüler waren mit großer Begeisterung bei der Sache. Bild 1:  Henri, Yoko und Johanna sind begeistert von den Pustebildern, die mit Farbe und Trinkhalm leicht herzustellen sind. Bild 2: Julian erklärt Marius, Johann und Norik, was unter der Vakuumglocke geschieht. Text und Fotos: Annett Recknagel Quelle: In: https://www.insuedthueringen.de/region/schmalkalden/Wenn-Teebeutel-fliegen-und-Rosinen- tanzen;art83450,6428960 vom 15.11.2018