Weihnachtskonzert 2017 Struth-Helmershof Floher Schülerchor verzückt sein Publikum  Weihnachtlicher Paukenschlag in der Kirche zu Struth-Helmershof: Die Regelschule Floh hat dort ein Schülerkonzert gegeben - mit Weihnachtsliedern, Mundart und viel Pep. Struth-Helmershof  - Er dirigierte, spielte Gitarre, gab seinen Kollegen Handzeichen, spornte zwischendurch die Akteure an - selbst der Blickkontakt funktionierte. Ab und an kam ein "Jawoll" aus seinem Mund. Seine Augen strahlten ohnehin. Am Ende des Schülerkonzertes sprach Friedrich Schlupp von "seinen Kindern" und forderte die Gäste zu einem Extraapplaus heraus. Das funktionierte und war hochverdient. Schülersprecher Hannes Frank nannte den Musiklehrer "unseren lieben, guten Herrn Schlupp" und fügte hinzu: "Ohne Sie wäre das hier heute Abend nicht möglich gewesen." Der Angesprochene reagierte mit nur einem Wort: "Gigantisch". Das Schülerkonzert nämlich war nicht nur ein sängerisches Erlebnis mit Programmzetteln, auf dem die Weihnachtslieder stehen, die man - mit Verlaub - so kurz vor dem dritten Advent beinahe schon nicht mehr hören kann. Nein, die Regelschule Floh hatte zu einem musikalischen Paukenschlag in die Kirche von Struth-Helmershof eingeladen. Klassische Adventslieder fehlten nicht. Stücke wie "Alle Jahre wieder", "Oh, du fröhliche" und "Fröhliche Weihnacht überall" waren raffiniert in ein komplexes Lied, das von einer Weihnachtsliederband erzählte, integriert. Ein Medley erklang - die Lieder wurden angesungen, man konnte miträtseln, mitklatschen, sogar leise mitsingen. Der eigentliche Paukenschlag kam dann von den beiden Schülerbands. Die legten sich mächtig ins Zeug - bemühten sich, möglichst lautstark zu sein, und wurden ebenso bejubelt wie der große Gesamtchor. Dazu konnte Musiklehrer Schlupp 80 Mädels und Jungs motivieren - 30 mehr als im Vorjahr. Als die "Winterkinder" durchs Kirchenschiff hallten, wiegen gar Jan Röper und Lukas Buttker von der Schülerband ihre Oberkörper. Man konnte einfach nicht stillsitzen, so viel Pep und Schwung brachte der Chor mit in die Kirche. Das übertrug sich im Laufe der anderthalb Stunden auf alle Beteiligten. Ob Flötenduo, Grundschüler, Solisten oder die Bands - alle waren hochmotiviert und musikalisch voll auf Weihnachten eingestellt. Natürlich nicht auf die herkömmliche Weise - sondern jeder für sich ganz speziell. Die Mundartgruppe von Uta Kieschnick zum Beispiel, alle Jungs in blau-weiß karierten Hemden und weißen Hosenträgern, war der Hingucker. "Der Luki sieht richtig cool aus", raunte es durchs Publikum und er war auch toll. In gleich zweifacher Hinsicht. Lukas Fräbel spielte Keyboard und sprach Momente später Platt. So - als sei das für einen Jungen mit Down-Syndrom die einfachste Sache der Welt. Natürlich waren die Mundartkinder mit ihrem "Geschwatze" das Highlight. Viel Witz war im Spiel. Das Publikum amüsierte sich köstlich. Egal wer sich im Altarraum präsentierte - alle gaben sie ihr Bestes. Dass sie mächtig geübt haben mussten, war von Beginn an klar. Man hatte nichts dem Zufall überlassen. Allein die Aufstellung war eingespielt und auch der Ablauf passte perfekt. "Macht euch bereit, jetzt kommt die Zeit, auf die ihr euch freut" schmetterten die Kinder und erfüllten sängerisch das volle Weihnachtsprogramm mit deutschen und englischen Titeln, erzählten von Schnee und der Zeit der 1000 Kerzen - nur, wenn die Gardinen brennen würden - ja, dann käme die Feuerwehr. Der Chor war einfach unglaublich gut - und auch die Grundschüler hatte man wie schon in den Vorjahren problemlos ins Programm aufgenommen. Die ersten gemeinsamen Proben reichen bis in die Herbstferien zurück. Dass das Schülerkonzert ein Hit werden sollte, mussten die Eltern wohl geahnt haben. Die Struther Kirche jedenfalls war übervoll - man stand im Eingangsbereich und hatte sogar die Treppen als Sitzmöglichkeiten verwendet. Entsprechend lautstark war der Beifall. Und auch die Dankesrede von Friedrich Schlupp nahm ihre Zeit in Anspruch. Er erinnerte noch einmal an die Proben, bei denen keiner davongelaufen war - und dass, obwohl es mit ihm als Leiter nicht immer ganz so einfach gewesen sei. Schulleiter Horst Kössel und die Kollegen hatten hinter dem jungen Mann gestanden. Hilfreich war auch die Unterstützung von Hendrik Schliewenz, der das Konzert einst initiiert hatte. Viel Applaus bekamen die Jungs von der Technik AG und die Bandmitglieder. Jan Röper, Lukas Buttker und Vivian Ciesek wurden verabschiedet. Doch keine Bange - Bandnachwuchs gibt es an der Regelschule in Floh zur Genüge. Und noch eines stimmte: Das Konzert war wieder eine Benefizaktion - die Gäste durften ohne Eintritt zuhören, konnten am Ausgang aber gerne spenden. Wie schon im Vorjahr soll der Erlös dem Kinder- und Jugendhospiz in Tambach-Dietharz zugutekommen. Bild 1:  Der große Chor setzte sich aus 80 Mädchen und Jungen zusammen - erstaunlich, wie gut sie harmonierten. Bild 2: Lukas Fräbel trat gleich zweimal in Aktion - am Keyboard und als Mundartsprecher. Text und Fotos: Annett Recknagel Quelle: In: https://www.insuedthueringen.de/epaper/html5/epa96185,60953,,10 vom 18.12.2017