Millioneninvestitionen in die Schule Der neue Chemieraum ist ein Knaller Mehrere Millionen in einem Vierteljahrhundert: Das Landratsamt Schmalkalden-Meiningen hat viel Geld in die Floh-Seligenthaler Schulen investiert. Die Ausstattung ist großartig - doch Gebäude und Technik sind nicht alles. Floh-Seligenthal Für den Kreisbauausschussvorsitzenden Ralf Holland-Nell war die Veranstaltung am dritten Dienstag im Juli 2021 ein Heimspiel. Stolz konnte der Floh-Seligenthaler Bürgermeister gemeinsam mit Direktor Sven Nicolai, Landrätin Peggy Greiser und die anderen Kreispolitiker durch den Schulkomplex seiner Heimatgemeinde begleiten. Doch zuvor wurde ein Klassenraum zum Tagungsraum: Günter Roth Fachdienstleiter Gebäudeverwaltung im Landratsamt, unterrichtete die Ausschussmitglieder über die Baumaßnahmen, Nicolai steuerte Schulwissen bei. Und der Schulleiter konnte die ohnehin schon gute Laune der Kreistagsmitglieder an diesem sonnigen Tag noch einmal steigern: "Die Zusammenarbeit mit dem Landratsamt funktioniert reibungslos, auch wenn es ein bisschen Verspätung gab. Die Schule ist digitalisiert und virtualisiert, eine Investition in die Zukunft." Er dankte auch im Namen des Lehrkörpers, der Kolleginnen und Kollegen. Mit diesen Summen müsse es nicht weitergehen, aber der Kreis werde sicher weiter verlässlich investieren. Laut Roth sind seit 1994 mehr als vier Millionen Euro in den Schulkomplex investiert worden, der Grundschule und Regelschule vereint. In den Anbau und den Flachbau mit dem neuen Dach, das dem Gymnasium Meiningen ähnelt. In neue Türen, neue Fenster, neue Brandschutztüren, in die Flure, in die Ausstattung. Zuletzt waren es 650?000 Euro in Sportanlagen im Außenbereich. "Alles mit vielen Fördermitteln", so Roth. Und Eigenmitteln. Doch so wie Bildung eine Dauerbaustelle ist, die nie ein Allzeitideal sein wird, ist es auch mit einem Schulgebäude. "In zehn bis 20 Jahren muss wieder in den Erhalt investiert werden", erklärte der Fachmann aus der Kreisverwaltung. Barrierefreiheit kommt noch. Rund 500 Mädchen und Jungen werden in dem Schulkomplex unterrichtet, die Grundschule ist etwas größer als die Regelschule. Der Weg zur "höheren Bildung" war mit kleineren Mühen verbunden, es ging zwei Stockwerke treppauf. Dass Schulleiter Nicolai seine Gäste in die Welt der Chemie führte, war kein Zufall. Die Einrichtung wäre für Chemiker von anno dazumal ein Traum gewesen. Über den Schulbänken hängen monitorartige Gebilde, die an die Bildschirme in den Flugzeugen erinnern, sich senken und heben lassen. In diesen Liften sind Anschlüsse für LAN, Strom und Gas eingebaut. Die Kreidezeit ist beendet. Die Lehrer können das gute alte Tafelbild am Whiteboard entwickeln. Frontalunterricht und Gruppenunterricht sind möglich. Patentlösungen gibt es nicht. "Der eine kommt mit der einen, der andere mit der anderen Variante besser zurecht", so der Schulleiter. Die gute alte Wandkarte gibt es immer noch, das Periodensystem der Elemente hängt im hinteren Bereich des Raumes. Reagenzgläser, Flaschen und Fläschchen sind in den Schränken verstaut, die Chemikalien weggeschlossen. Der Chemieraum ist von der Ausstattung her ein Knaller. Und doch könnte im neuen Schuljahr ein Kernelement fehlen. Ob die Schule eine neue Chemielehrerin für die ausscheidende Kollegin bekommt, ist noch nicht ganz sicher. Ansonsten würde es schwieriger mit der Vermittlung des Unterrichtsstoffs. Zwar könnte sich auch ein Lehrer aus anderen Fächern der Naturwissenschaften einlesen und unterrichten, wenn auch nicht in jedem molekularen Detail. "Aber Versuche darf nur ein Fachlehrer durchführen", so der Direktor. Dass die Ausschussmitglieder beim Rundgang durch den Außenbereich auf die für Olympia trainierende Jugend treffen, passt in jeder Hinsicht gut ins Bild. Denn auch Stunden nach Unterrichtsschluss wird vom Nachwuchs auf dem Gelände noch emsig geübt. Die Mädchen und Jungen bekommen Beifall und Anfeuerungsrufe. "Das ist aber nicht bestellt. Hier ist immer etwas los", versicherte Holland-Nell mit Blick auf die rennenden Kinder. Der kleine Ausflug führte zu der neuen Sportanlage, für die sich der Kreis nach Einschätzung der Spaziergänger eine Medaille verdient hat. Der mit einem roten Kunststoffbelag ausgestattete Sportplatz ist ein Allrounder für verschiedene Ballspiele. Fußball, Handball, Basketball - und auch die Markierungen für Volleyball sind aufgemalt. Das transportable Netz könnte aus der Sporthalle herangeschafft werden. Dass die Tore so fest im Boden verankert sind, hat einen Grund. Die Kinder benutzen die Querlatte gerne für turnerische Übungen. Gesprintet werden kann auch, wenn auch nicht über die klassische Olympiastrecke. Die Bahn, die ein Duell zwischen zwei Läufern zulässt, ist 75 Meter lang. "Jetzt sind einige geburtenstarke Jahrgänge in der Schule, das Haus ist voll", so Bürgermeister Holland-Nell. Und die geburtenstarken Jahrgänge könnten dank der Sportanlagen eine starke Physis aufbauen. Erst recht, wenn die Sporthalle noch saniert wird. Sie steht, so war zu hören, auf dem Wunschzettel der Investitionen in die Zukunft. Bild 1: Der Ausschuss im Chemieraum  Bild 2: flexible Station mit Versorgungsleitungen im Chemiekabinett Bild 3: Die Sprintstrecke ist 75 m lang. Text:  Thomas Heigl  Fotos: Wolfgang Benkert Quelle: https://www.insuedthueringen.de/inhalt.millioneninvestitionen-in-schule-der-neue-chemieraum-ist-ein- knaller.d9bec36e-8318-441f-b874-86ba700eb33d.html vom 21.07.2021