Berufeabend Was kommt nach der Schule?    16 Unternehmen der Region präsentierten sich zum "Abend der Berufe" in der Aula der Regelschule Floh. Eltern und Schüler hatten die Chance, mit den Firmen ins Gespräch zu kommen. Floh - Sind das Sitzkissen? Die runden, verschiedenfarbigen Textilpolster sahen beinahe so aus, gehörten aber in eine ganz andere Rubrik. Die beiden Neuntklässler Jill-Noah und Michelle tippten auf die Putzsparte. Und lagen damit goldrichtig. "Das sind Schleifpads für verschiedene Bodenarten", löste Thomas Neuhöfer, Geschäftsführer der Kompaktreinigung Neuhöfer GmbH in Floh das Rätsel. Mit den roten säubert man Parkett, die schwarzen werden zum Fliesenputzen genommen und die weiß-grünen sind für Teppiche bestimmt. Das entsprechende Berufsbild ist das eines Glas- und Gebäudereinigers. Fünf Ausbildungsplätze gibt es dafür in der Floher Firma. Und einen zur Kauffrau für Büromanagement. Beim Wort Reinigung schwand die Begeisterung der Jugendlichen. Doch: "Gebäudereinigung hat so gut wie nichts mit Toilettenputzen zu tun", erklärte Thomas Neuhöfer und nannte Spezialisierungen wie Trockeneisreinigung, Brandschadenbeseitigung, Strahlarbeiten und das Reinigen von Küchenabluftkanälen. "Das ist ein sehr interessantes Berufsbild - man hat jeden Tag etwas anderes zu tun und kommt mit Menschen zusammen", so Neuhöfer. Die Neuntklässler notierten fleißig, denn zum "Abend der Berufe" hatten sie einen Fragebogen bekommen, der Details über drei Firmen verlangte. Bei der Fülle der Angebote war das Ausfüllen nicht allzu schwer. Insgesamt standen den Gästen 16 Unternehmen, vorwiegend aus der Großgemeinde Floh-Seligenthal, und die Agentur für Arbeit Rede und Antwort. Siebtklässler Tim beispielsweise interessiert sich für den Metallbereich. Bei Alexander Eck von der gleichnamigen Drehautomation war er diesbezüglich goldrichtig. "Messen, drehen, fräsen - bei uns werden Zerspanungsfacharbeiter ausgebildet", erklärte der Geschäftsführer und fügte hinzu: "Wir suchen junge Leute." Dieser Satz war an allen, in der Aula aufgebauten, Ständen zu hören. Tim hat bei dem Floher Unternehmen einen Praktikumsplatz sicher und darüber freute sich auch seine Mutter. "Zur Vororientierung ist solch eine Veranstaltung wirklich sehr schön und informativ", sagte sie. Das konnte Enrico Weisheit, Papa von Achtklässler Philipp nur bestätigen. "Eine wirklich umfangreiche Berufspalette wird hier vorgestellt", lobte er. Neuntklässlerin Clarissa informierte sich über die Tätigkeit einer Bankkauffrau und sicherte sich bei der VR-Bank ihr Praktikum. Zudem war auch die Rhön-Rennsteig-Sparkasse vertreten. An den 16 Ständen herrschte viel Zulauf. Mancher kam bereits mit konkreten Fragen, andere ließen sich beraten. Die gewählte Bandbreite war für Mädchen ebenso ansprechend wie für Jungs. Hartwig Möller, der bei der Firma Formconsult Schmalkalden für die Ausbildung zuständig ist, meinte: "Wir bilden beispielsweise Werkzeugmechaniker für Formentechnik aus. Zudem kann man Zerspanungsmechaniker lernen. Weiter könne über ein duales Studium der Bachelor für Kunststofftechnik erworben werden. "Im Moment haben wir in jedem Lehrjahr junge Leute - gerade der Werkzeugmechaniker ist ein vielseitiger und traditioneller Beruf." Für das Ausbildungsjahr 2018/19 seien noch freie Kapazitäten vorhanden. 1991 begann das Unternehmen mit 15 Mitarbeitern - heute gehören 60 Beschäftigte dazu. "Natürlich nehmen wir am liebsten die Lehrlinge aus unserer Region", so Möller. In der Firma arbeiten auch sehr viele Floh-Seligenthaler. Horst Bauerschmidt konnte als Folge eines Inserates gleich vier neue Mitarbeiter einstellen. Auch in seiner Firma, Bauerschmidt Folien, in Struth-Helmershof, sucht man Lehrlinge für Verfahrensmechaniker. Aber auch Bürokauffrauen und technische Ingenieure gehören zu den dortigen Berufsbildern. Und auch Elektrodrucker werden in dieser Firma ausgebildet. Eltern und Schüler informierten sich an den Ständen umfangreich. "Ich will Regelschullehrer werden. Finde den Abend der Berufe aber sehr interessant. Man muss sich auch mal über die beruflichen Chancen in der Region informieren. Kann ja sein, dass sich in Sachen Berufswunsch bei mir noch was ändert", meinte Neuntklässler Hannes. Schulleiter Sven Nicolai bezeichnete das direkte Gespräch zwischen Eltern, Schülern und Firmenmitarbeitern als sehr wichtig. "Der Abend der Berufe ist ein Bindeglied zwischen Schule und Wirtschaft und möglicherweise lernen einige Unternehmen hier schon ihre künftigen Lehrlinge kennen", formulierte er. Bürgermeister Ralf Holland-Nell wies darauf hin, dass die Suche nach dem passenden Beruf letztendlich mit der Lebensgestaltung verbunden sei. Die Frage "Welcher Beruf passt zu mir?" stellten sich jährlich Zigtausende von Schulabgängern. Und daher sei es wertvoll, die Chancen in der eigenen Region zu kennen und je nach Interesse auch zu nutzen. Text und Fotos: Annett Recknagel Bildauswahl Bild 1:  Was ist denn das? Thomas Neuhöfer erklärt den Jugendlichen, wozu diese Pads gebraucht werden. Bild 2: Interessiert schauten sich die Regelschüler die Produkte am Stand der Firma E-proPlast GmbH an. Quelle: https://www.insuedthueringen.de/region/schmalkalden/Was-kommt-nach-der-Schule;art83450,6005017 vom 01.03.2018